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Übergewichtige Kinder in Europa

Die Hälfte aller italienischen Kinder ist übergewichtig. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Langzeitstudie. Die Forscher verglichen Heranwachsende in verschiedenen Ländern Europas und suchten nach Ursachen für das gewichtige Problem.

Übergewicht ist die moderne Zivilisationskrankheit schlechthin. Für die Betroffenen stellt das Gesundheitsproblem nicht nur eine psychische Belastung dar – es begünstigt auch Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Präventionsmaßnahmen kommen nie zu früh, denn die Weichen stellen sich bereits in der Kindheit.

Wissenschaftler untersuchen über 7.600 Kinder
Wo leben die meisten übergewichtigen Kinder – in Belgien, Deutschland, Italien, Schweden, Spanien, Ungarn oder Zypern? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler von der Universität Bremen sowie vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS). Für die IDEFICS-Studie sammelten sie in den Jahren 2006 bis 2012 die Gesundheitsinformation von über 7.600 Kindern und maßen Gewicht sowie Körpergröße der jungen Europäer. Das Alter der kleinen Testpersonen reichte von null bis elf Jahren.

Der BMI als maßgebliche Größe
Als Vergleichsbasis nutzten die Forscher den Body-Mass-Index (BMI). Diese häufig verwendete Maßzahl berechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße. Werte über 18,5 und unter 25 gelten für Erwachsene als normal. Bei Kinder sind die idealen BMI-Werte altersabhängig. Im Rahmen der Studie erzielten italienische Jungen durchschnittlich einen BMI von 22,3, wohingegen ihre Geschlechts- und Altersgenossen in den anderen teilnehmenden Ländern nur Wert von 18,4 bis 20,3 erreichten. Ähnlich eindeutig viel das Ergebnis bei den Mädchen aus.

Übergewichtige Mütter haben dickere Kinder
Erste Gewichtsunterschiede zwischen den verschiedenen Nationalitäten zeigten sich ab einem Alter von drei Jahren. Wie sich das kindliche Gewicht von diesem Zeitpunkt an weiter entwickeln wird, verrät unter anderem der am BMI der Mutter. So hatten dreijährige Kinder übergewichtiger Mütter bereits einen um 0,6 Einheiten höheren BMI-Wert als gleichaltrige Sprösslinge von Müttern mit einem BMI von 20. Bei Zehnjährigen betrug der Unterschied bereits 1,5 Einheiten.

Kommentar der Studienautorin
„Diese Ergebnisse helfen uns, die Entwicklung des kindlichen Übergewichts besser zu verstehen“, betont die Erstautorin der Studie Dr. Claudia Börnhorst vom BIPS. Sie hofft, das Studienergebnis werde Gesundheitsexperten dazu inspirieren, effektive, globale Lösungswege für das Problem zu finden.

Quelle: Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS)

 

 

 

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Lippenherpes selbst behandeln

Wenn die Sonne scheint und die Urlaubsvorbereitungen in Stress ausarten, dann schlägt er bei einigen Menschen wieder zu – der Lippenherpes. Doch harmlose Infektionen können leicht selbst behandelt werden.

Lippenherpes wird durch das Herpes-Simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) ausgelöst. Sowohl interne Faktoren wie Stress oder ein geschwächtes Immunsystem, als auch externe Faktoren – beispielsweise eine erhöhte Sonnenexposition – führen zum Ausbruch der hochansteckenden Bläschen. Betroffene leiden dann unter Kribbeln, Jucken und Spannen der betroffenen Stelle. Auch ein später aufgerissener und blutener Schorf der ehemaligen Bläschengruppen kann zu Schmerzen führen.

Insofern das Virus nicht die Augen befällt und die Bläschen innerhalb von zwei Wochen wieder abheilen, ist Lippenherpes nicht gefährlich. Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Stillende sollten von einer Selbstmedikation absehen und einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch für immungeschwächte Patienten sowie Betroffene, bei denen der Virus zum ersten Mal auftritt oder der Krankheitsprozess sich trotz Selbsmedikation innerhalb einer Woche nicht bessert.

Lippenherpes verläuft meist harmlos
Da das Virus lebenslang im Körper der infizierten Menschen ausharrt, lässt sich der Organismus nicht grundsätzlich von dem Virus befreien. Für viele Patienten stellen die größer werdenden, eitrigen und später verkurstenden Bläschen jedoch nicht nur ein unangenehmes, sondern vorallem kosmetisches Problem dar. Mittlerweile steht Betroffenen für die Selbstmedikation eine Reihe von Präparaten in der Apotheke zur Verfügung, die nicht nur den Krankheitsprozess verkürzen, sondern auch für eine optisch unauffällige Behandlung sorgen. Die Pharmazeutin Dr. Sabine Werner gibt in der Deutschen Apotheker Zeitung Herpes-Geplagten Tipps, wie sie leichte Fälle der Infektion selbst behandeln.

Sehr wirksam: Nukleosid-Analoga
Als Mittel der Wahl für die Selbstmedikation gelten die Nukleosid-Analoga Aciclovir (beispielsweise Zovirax® Lippenherpescreme oder Acic® Creme bei Lippenherpes) und Penciclovir (Pencivir® bei Lippenherpes, auch als gefärbte Creme). Die beiden Wirkstoffe hemmen die Vermehrung des Virus und verkürzen die Krankheitsdauer Studien zufolge um durchschnittlich zehn Prozent. Tragen Sie die Cremes so früh wie möglich beim ersten Kribbeln oder bei den ersten Rötungserscheinungen auf, da sich das Virus vor allem in den ersten beiden Tagen vermehrt. Dr. Werner rät, die Cremes mit Aciclovir alle vier Stunden – also fünfmal täglich – anzuwenden, Penciclovir sogar alle zwei Stunden, insgesamt sechsmal am Tag. Behandeln Sie am besten die umliegenden Hautareale der betroffenen Stelle mit, um die Ausbreitung der Bläschen zu verhindern.

Sobald sich die Bläschen verkrusten, können Sie die Behandlung mit der Creme beenden. Als Nebenwirkungen wurden lokale Reizungen, Juckreiz und bei Penciclovir Taubheitsgefühle beschrieben. Während Aciclovir für Betroffene jeden Alters zugelassen ist, ist Penciclovir erst für Kinder ab zwölf Jahren geeignet. Schwangere und Stillende sollten die Anwendung im Vorfeld mit ihrem Arzt besprechen.

Alternativen mit Zink und Docosanol
Als schwächer wirkende Alternativen zur lokalen Behandlung von Lippenherpes stehen Ihnen Cremes zur Verfügung mit dem Wirkstoff Docosanol (Muxan® Creme), der das Eindringen des Virus in die Zelle verhindert. Eine zehnprozentige Creme erhalten Sie in der Apotheke rezeptfrei, die auch für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen ist. Wie die beiden antiviralen halbfesten Zubereitungen tragen Sie auch dieses Präparat im Anfangsstadium auf die Hautareale – hier ist eine fünfmalige Anwendung täglich (alle drei Stunden) nötig, um eine Wirkung zu erzielen. Abgesehen von leichten Hautreaktionen sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Präparate mit Zink als Alternative

bewährt, denn Zink-Salze kühlen, hemmen die Entzündung und fördern die Wundheilung. Tragen Sie die einprozentige Zubereitung (Virudermin®Gel) viermal täglich auf die befallene Stelle auf. Im Gegensatz zu den üblichen weißen Cremes ist dieses Mittel farblos. Als Nebenwirkungen wurden Hautreizungen und Spannungefühle beobachtet.

Hinweis: Greifen Sie nicht auf Hausmittel wie Zahnpasta, Essig oder Alkohol zurück, auch wenn diese aufgrund ihrer stark austrocknenden Wirkung gerne gegen Herpes eingesetzt werden. Die Pharmazeutin rät davon ab, da sie den Heilungsprozess verzögern können.

Transparente Pflaster verbergen Herpesbläschen
Als optisch unscheinbare Variante können Sie auf Hydrokolloid-Pflaster (Compeed® Herpesbläschen-Patch invisible oder Herpatch® Pflaster) ausweichen. Aufgrund ihrer Durchsichtigkeit fallen die sogenannten Herpes-Patches nicht auf und können bei Bedarf mit Make-up oder Lippenstift überschminkt werden. Sie verfügen zwar über keine antiviralen Wirkstoffe, weisen jedoch andere Vorteile auf: Indem das Pflaster die Bläschen abdeckt und deren Sekret aufnimmt, schützt es den betroffenen Bereich nicht nur vor Schmutz und Feuchtigkeit, sondern verhindert überdies die Verbreitung der Viren. Dies ist vor allem im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern sowie für Berufstätige im Gesundheitswesen vorteilhaft. Darüber hinaus lindert das Patch unangenehme Symptome wie Jucken, Krabbeln oder Spannungsgefühle. Unter dem Pflaster herrscht ein feuchtes Wundheilungsmilieu, sodass sich weniger Krusten bilden und die Wunde schneller abheilt.

Hygieneregeln verhindern Ausbreitung 

Das Beachten einiger Hygiene-Regeln verhindert ein Übergreifen des Virus auf andere Körperregionen wie die Augen oder Genitalbereich und schützt vor allem Kleinkinder und Säuglinge vor einer Ansteckung:

  • Berühren Sie nicht die Bläschen und kratzen sie diese nicht auf.
  • Waschen Sie sich vor und nach der Anwendung von halbfesten Zubereitungen und Herpes-Pflastern sorgsam die Hände.
  • Verzichten Sie während einer Herpes-Infektion auf Kontaktlinsen.
  • Wechseln Sie die Zahnbürste nach dem Verkrusten der Bläschen.
  • Tauschen Sie Waschlappen und Handtücher sofort aus, wenn sie während der Akutphase mit den Lippen in Berührung kommen. Das gemeinsame Verwenden von Handtüchern ist in dieser Zeit nicht ratsam, ebenso nicht von Geschirr und Besteck.
  • Küssen ist nicht erlaubt.
  • Achten Sie auf einen guten UV-Schutz der Lippen. Empfehlenswert ist hier der LomaProtect® Lippenpflegestift, der über einen Lichtschutzfaktor von 30 verfügt. Gleichzeitig enthält er Melissenextrakt, welches das Virus bei der Bläschenbildung hindert.

 

Quelle: Dr. Sabine Werner: Cremen, Kleben oder Hitze. Was bei Lippenherpes hilft. In: Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 16, S. 62-65.

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Histamin-Unverträglichkeit

Immer mehr Menschen klagen über Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Nach Gluten und Laktose gerät auch Histamin zunehmend in den Fokus. Was hinter einer Histamin-Unverträglichkeit steckt.

Histamin ist ein körpereigener Botenstoff. Er funktioniert als Signalüberträger bei Infektionen und allergischen Reaktionen, beeinflusst den Schlaf-Wach-Zustand sowie die Darmbewegungen. Es wird vom Körper produziert, gespeichert und im Bedarfsfall ausgeschüttet. „Vor allem bei allergischen Reaktionen wird Histamin freigesetzt und kann wiederum Allergiesymptome auslösen“, erläutert Elisabeth Lenz, Ernährungsberaterin bei der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK. Histamin steckt aber auch in Lebensmitteln als Gärungs- oder Reifungsprodukt.

Beschwerden durch Histamin-Ansammlung
Normalerweise wird Histamin vom körpereigenen Enzym DAO abgebaut. Fehlt dieses Enzym oder wird übermäßig viel Histamin mit der Nahrung aufgenommen, kann DAO den Histaminspiegel nicht mehr ausreichend senken. Die Folge ist eine Histamin-Ansammlung im Körper mit unterschiedlichen Beschwerden:

  • Anschwellende Nasenschleimhaut, laufende Nase, Niesen, Hustenreiz
  • Verdauungsprobleme: Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Sodbrennen
  • Juckreiz, Hautausschlag, Flush im Gesicht (Rötung)
  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche, gestörtes Temperaturempfinden
  • Herzrasen, Herzstolpern, Herzklopfen, Blutdruckabfall
  • Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
  • Schlafstörungen, Müdigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Ödeme (Schwellungen)

 

Umstrittene Krankheit
Ob die Histamin-Unverträglichkeit (Histaminose) einen Krankheitswert besitzt, ist umstritten. Denn „bisher existieren weder ein aussagekräftiges Testverfahren noch eine einheitliche Vorgehensweise zur Diagnose“, erklärt Elisabeth Lenz. Die Expertin ist der Überzeugung: „Die DAO-Abbaustörung allein löst selten eine Histamin-Unverträglichkeit aus. Oft führt erst die Kombination mehrerer Faktoren zu einer Krankheit. Dazu können Ernährung, Stress, die Einnahme unverträglicher Medikamente oder Umweltgifte zählen.“

Wie wird eine Histaminose diagnostiziert und behandelt?
Im ersten Schritt werden Nahrungsmittelallergien und eine entzündliche Darmerkrankung ausgeschlossen. Kommen keine anderen Ursachen in Frage, können verschiedene Labortests durchgeführt werden. Eine Eliminationsdiät erhöht die Aussagekraft der Diagnose. Liegt eine Histamin-Unverträglichkeit vor, rät Lenz, auf eine histaminarme Ernährung umzustellen. Die Ernährungsberaterin empfiehlt Betroffenen, folgende Lebensmittel zu vermeiden:

  • Fisch und Fischkonserven
  • Wurstwaren und Trockenfleisch
  • Lang gereifte Käsesorten
  • Wein, Sekt, Bier und Essig
  • Sauerkraut, Spinat, Avocado, Aubergine
  • Hülsenfrüchte und Nüsse
  • Erdbeeren, Himbeeren, Zitrusfrüchte, Banane, Ananas, Kiwi, Birnen, Papaya

 

Quelle: SBK

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Histamin-Unverträglichkeit

Unwillkürliches Zittern

Unwillkürliches Zittern tritt nicht immer als Folge einer neurologischen Erkrankung auf. Auch Aufregung oder Stress können die Muskeln zittern lassen. Was Betroffenen hilft.

Unwillkürliches Zittern (essentieller Tremor) gehört zu den häufigsten Bewegungsstörungen und tritt ohne erkennbare neurologische Grunderkrankung auf. Die familiäre Häufung deutet auf genetische Ursachen hin. In der Regel verläuft die Erkrankung chronisch und schreitet langsam fort. Dabei können unterschiedliche Muskelgruppen betroffen sein, selbst die Stimme. Alltägliche Aktivitäten wie Essen, Schreiben oder Anziehen werden zur Herausforderung, da Bewegungen nicht mehr kontrollierbar sind. Aufregung, Stress oder Unsicherheit verstärken meist das Zittern.

Entspannungstechniken helfen bei leichtem Zittern
„Für Betroffene mit leichten bis moderaten Bewegungsstörungen ist es dann hilfreich, sich geeignete Kompensationsmaßnahmen anzueignen, die einer Zunahme des Zitterns bei Stress und Nervosität entgegenwirken“, rät Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. „Durch Anwendung von Entspannungstechniken wie Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung können Patienten lernen, Tremor-Spitzen in einem gewissen Maße über einen begrenzten Zeitraum zu beeinflussen und zu verringern. Werden die Verfahren gut beherrscht, um Stress und Anspannung zu lösen, können sie bei Bedarf ganz gezielt eingesetzt werden.“

Medikamente lindern starke Symptome
Bei mittelschwerem bis schwer ausgeprägtem Zittern sind Entspannungstechniken allerdings meist nicht mehr ausreichend wirksam. In diesem Fall profitieren die meisten Patienten von einer medikamentösen Therapie. „Zur Behandlung kommen Betablocker wie Propranolol oder entkrampfende Wirkstoffe wie Primidon in Frage, die einzeln oder in Kombination individuell eingesetzt werden können. Sind Kopf oder Stimme vom Tremor betroffen, kann der wiederholte Einsatz von Botulinumtoxin wirkungsvoll sein“, ergänzt der niedergelassene Nervenarzt. Betroffene sollten einen Neurologen aufsuchen und eine Therapie wahrnehmen, wenn sie Einschränkungen im Alltag verspüren und einen Leidensdruck haben.

Quelle: Berufsverband Deutscher Nervenärzte

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Neuer Herzinfarkt-Test

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Ein neuer Herzinfarkt-Test liefert das Ergebnis dreimal so schnell wie herkömmliche Verfahren. Dadurch hilft es Menschleben zu retten.

Atemnot und starke Brustschmerzen, die in den rechten Oberarm ausstrahlen –mit diesen Warnsignalen kündigt sich in den meisten Fällen ein Herzinfarkt an. Sobald die Symptome auftreten, ist es höchste Zeit, einen Notarzt zu rufen. Denn, wer zu lange wartet, riskiert, dass lebensnotwendige Herzmuskelzellen zu Grunde gehen.

Herzinfarkt-Test bringt Gewissheit
Ob tatsächlich ein Herzinfarkt vorliegt, entscheidet der Kardiologe im Krankenhaus. „Bei Patienten mit Brustschmerzen und Verdacht auf einen Herzinfarkt muss möglichst rasch abgeklärt werden, ob weitere therapeutische Maßnahmen einzuleiten sind oder ob man sie sicher wieder nach Hause entlassen kann“, erklärt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Direktor der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie im Universitären Herzzentrum (UHZ) Hamburg-Eppendorf.

Alte Diagnosemethode dauert drei Stunden
Bis jetzt entnehmen die Ärzte den Herzinfarkt-Patienten zweimal Blut: zum Zeitpunkt der Einlieferung und drei Stunden danach. „Bis zur endgültigen Diagnose müssen Patienten also in jedem Fall zumindest drei Stunden im Krankenhaus bleiben“, betont Prof. Blankenberg. Die Blutproben untersuchen die Ärzte auf das Eiweiß Troponin I, das nur bei schweren Herzmuskelschäden ins Blut übergeht. „Nach derzeitigen Standards gelten Troponin-I-Werte über 27 ng/L (Nannogramm pro Liter) als erhöht“, erläutert der Kardiologe.

Neue Methode wirkt empfindlicher und schneller
Den Wissenschaftlern am UHZ ist es gelungen, eine empfindlichere Testmethode für den Biomarker Troponin I zu entwickeln. „Der neue, hochsensitive Troponin-I-Test liefert viel rascher Ergebnisse und entdeckt auch viel niedrigere Troponin-I-Werte“, berichtet Dr. Dirk Westermann, der das neue Verfahren im Rahmen der so genannten BACC-Studie erprobte.

Neues Verfahren erweist sich als sicher
Für die BACC-Studie durchliefen 1040 Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt gleichzeitig das alte und das neue Testverfahren. Anschließend blieben sie ein Jahr unter Beobachtung der Ärzte. Im Vergleich lieferte das neue Verfahren verlässlichere Ergebnisse – selbst wenn die Forscher die zweite Messung bereits nach einer Stunde durchführten und Grenzwerte von 6 ng/L zu Grunde legten. „Der schneller anzuwendende Test und die niedrigeren Grenzwerte können die Sicherheit weiter erhöhen, dass die richtigen Patienten nach Hause geschickt werden“, freut sich Dr. Westermann.

Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Rapider Gewichtsverlust

Gewichtsverlust, Bauchschmerzen oder Verstopfung – allgemeine Beschwerden können auf eine Vielzahl an Erkrankungen hinweisen. Wann Betroffene an Erkrankungen des Verdauungstrakts denken sollten.

Auf dem Weg zum Wunschgewicht unterziehen sich viele Menschen verschiedenen Diäten. Doch wer innerhalb von sechs Monaten ohne Diät mehr als zehn Prozent seines Gewichts verliert, sollte sich an seinen Hausarzt oder Gastroenterologen wenden. Dies empfehlen Fachärzte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). In einem Drittel der Fälle liegen dem Gewichtsverlust Erkrankungen des Verdauungstrakts, eine Unverträglichkeit oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung zugrunde. Darüber hinaus ist es wichtig, Mangelerscheinungen erst gar nicht auftreten zu lassen. 

Auch Zahnprobleme führen zu Gewichtsverlust
„Natürlich kann ein Gewichtsverlust auch durch nicht-gastroenterologische Erkrankungen bedingt sein und etwa von einer Depression oder Problemen mit dem Zahnersatz herrühren“, erläutert Prof. Dr. med. Georg Lamprecht, Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten am Universitätsklinikum Rostock. Leiden Betroffene jedoch zusätzlich unter allgemeinen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, liegt das Problem meist im Verdauungstrakt.

Beschwerden möglichst genau beschreiben
„Da die Symptome oft unspezifisch sind, ist die Diagnostik eine Herausforderung“, erklärt Prof. Lamprecht. Eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn oder eine mikroskopische Kolitis – eine Entzündung des Dickdarms – können die Ursache von Bauchschmerzen oder Durchfall sein. Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Folgen von Operationen im Bauchraum, die durchaus weiter zurückliegen können, zieht der Arzt bei der Untersuchung in Betracht. Je näher Patienten die Beschwerden beschreiben, desto leichter fällt die Diagnose: Treten die Schmerzen vor oder nach dem Essen auf? Ist der Stuhl besonders wässrig? Wechseln Durchfall und Verstopfung einander ab?

An die letzten Operatonen denken
Laboruntersuchungen von Blut, Urin und Stuhl sowie bildgebende Verfahren liefern weitere Daten, die dem Arzt zur Diagnose verhelfen. Falls nötig werden Gewebeproben aus Magen und Darm auf krankhafte Veränderungen untersucht. Dabei wird der Arzt neben häufigen Erkrankungen auch seltenere in Erwägung ziehen. Selbst Schäden des Darmgewebes durch eine Strahlenbehandlung, die Jahrzehnte zurückliegt, können zu einer Strahlenenteritis führen.

Frühe Diagnose beugt Mangelerscheinungen vor
„Der erste Schritt besteht darin, das Problem zu erkennen, ärztliche Hilfe zu suchen und so auch drohenden Mangelerscheinungen rechtzeitig vorzubeugen“, beschreibt Prof. Lamprecht. Erkrankungen des Verdauungstraktes äußern sich nicht nur durch Gewichtsverlust: Verfügt der Körper nicht über ausreichend Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, fühlen sich Betroffene müde und weniger leistungsfähig. „Je schneller wir gegensteuern können, desto besser“, betont der Chefarzt.

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Anreize für den Rauchstopp

Welche Gesundheitsschäden bei langjährigem Tabakkonsum drohen, wissen die meisten Rauchern. Doch welche positiven Auswirkungen ein Rauchstopp bereits wenige Minuten nach der letzten Zigarette auf die Gesundheit hat, die wenigsten. Eine Auflistung positiver Aspekte.

Sollten sie es bei ihrer Vorfreude auf die Morgenzigarette vergessen – die Schockfotos auf den Zigarettenschachteln erinnern Raucher an die zahlreichen gesundheitlichen Konsequenzen des Rauchens: Das jahrelange Inhalieren von Tabakrauch schädigt nicht nur die Lunge (beispielsweise durch eine chronische obstruktive Lungenerkrankung), das Herz (etwa durch eine koronare Herzkrankheit), sondern begünstigt auch die Entstehung von zahlreichen Krebserkrankungen wie Kehlkopf- oder Nierenkrebs. Doch trotz ernstgemeinter Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, siegt bei Betroffenen oft das Verlangen nach einem erneuten Zigarette.

Positive Auswirkungen eines Rauchstopps bereits nach 20 Minuten
Damit der nächste Versuch aufzuhören gelingt, hilft es, sich die positiven Auswirkungen eines sinkenden Nikotinkonsums zu vergegenwärtigen. „In jedem Fall verringert sich das Lungenkrebsrisiko deutlich“, betont Horst Gentner vom Serviceteam der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Ansbach. „Nach zehn Jahren ohne zu rauchen hat sich dieses Risiko bereits halbiert. Und nach insgesamt 15 Jahren ist sogar das Risiko für koronare Herzerkrankungen auf Nichtraucher-Niveau gesunken.“

Doch Entschlossene müssen nicht solange warten, bis sie die ersten positiven Auswirkungen des Rauchstopps auf ihre Gesundheit bemerken. Der Körper bedankt sich schon viel früher für das konsequente Durchhaltevermögen:

  • 20 Minuten nach dem Rauchstopp: Blutdruck, Körpertemperatur und Herzschlag normalisieren sich.
  • 48 Stunden danach: Gerüche und Düfte werden wieder besser wahrgenommen, auch der Geschmacksinn verbessert sich.
  • 3 Tage danach: Die lähmende Wirkung des Nikotins auf die Flimmerhärchen der Atemwege lässt nach.
  • 2 Wochen bis 3 Monate danach: Der Kreislauf stabilisiert sich, und die Lungenfunktion verbessert sich um rund 30 Prozent.
  • 1 Jahr danach: Das Risiko für koronare Herzerkrankungen ist nur noch halb so hoch wie das eines Rauchers.
  • 5 Jahre danach: Je länger die letzte Zigarette zurückliegt, desto mehr sinkt das Schlaganfall-Risiko. Die Gefahr für Krebs in der Mundhöhle, Luft- und Speiseröhre sowie in der Harnblase halbiert sich. Bei Frauen sinkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs auf das Niveau einer Nichtraucherin.


Auch die Gesundheit der Familie profitiert bereits am ersten rauchfreien Tag vom Rauchstopp, da die Familienmitglieder den Tabakrauch nicht mehr passiv einatmen müssen. „Es lohnt sich also, mit dem Rauchen aufzuhören“, betont Gentner. Ein entschlossener Wille ist für das Aufhören genauso wichtig wie ein Grund, der eine große rationale und emotionale Überzeugungskraft auf den Raucher ausübt: Von der Gesundheit des eigenen Kindes über die Angst, später ebenfalls eine gelbliche Raucherhaut oder -zähne zu haben, kann alles motivieren.

Positive Gefühle beim Blick in den Geldbeutel
Darüber hinaus wirkt sich das Durchhaltevermögen auch auf den Geldbeutel aus: Bei einem Preis von circa 5,00 Euro pro Schachtel sparen Betroffene bei 19 Zigaretten pro Tag:

  • am Tag:         5,00 €
  • im Jahr:         1.825,00 € (10 Tage Wanderurlaub in der Toskana zuzweit)
  • in 10 Jahren:   18.250,00 € (ein neues Auto mit vielen Extras)


Diese Liste können Raucher mit noch weiteren, auch persönlicheren positiven Gefühlen fortsetzen – und so den „Vorzügen“ des Nikotins ein überzeugendes Gegengewicht entgegensetzen, was Sie vom Griff nach dem nächsten Glimmstengel abhält.

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Bekämpfung von Aids und Hepatitis

Erkrankungen wie Hepatitis C (HCV) und Aids haben ähnliche Übertragungswege und Risiken. Akteure des Gesundheitssystems und Politiker wollen diese Gemeinsamkeiten in der Prävention, Diagnostik und Testung dieser Krankheiten nutzen, um sie zu bekämpfen.

Zur Realisierung dieser Ziele hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine gemeinsame Strategie entwickelt, um alle Krankheiten einzudämmen, die durch Blut oder Geschlechtsverkehr übertragen werden. Aktuell liegt der Plan zur Bewilligung dem Bundesrat und Bundestag vor.

Strategie zur Eindämmung
„Durch das frühzeitige Erkennen von Infektionen können Menschen schneller behandelt und – wie im Fall von Hepatitis C – sogar geheilt werden. So können nicht nur weitere Infektionen, sondern auch Spätfolgen der Erkrankung verhindert werden“, erklärt Dr. Dietrich Hüppe, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Hepatitis C-Registers. Um dies zu erreichen, verfolgt die Strategie mehrere Maßnahmen zugleich. „Deshalb werden insbesondere die Bereiche Prävention, Früherkennung und schnelle Überführung in Therapien mit der neuen Strategie weiter ausgebaut. Im Mittelpunkt steht dabei, die Öffentlichkeit besser über die Krankheiten, ihre Übertragungswege und mögliche Schutzmaßnahmen aufzuklären. Dazu wird auch eine engere Vernetzung der staatlichen Institutionen, des Gesundheitsbereichs, freier Träger, Selbsthilfeorganisationen und weiterer Akteure angestrebt, die gewährleisten soll, dass betroffene Menschen besser erreicht und Ressourcen stärker gebündelt werden“, ergänzt der Hepatologe in der Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis Herne.

Mut für einen Test schützt Betroffene und Gesellschaft
Eine weitere Säule in der Bekämpfung der Infektionenskrankheiten bildet die Weiterentwicklung von Präventions-, Test- und Versorgungsangeboten. Das Informieren über die Krankheiten und Entgegenwirken der bisherigen gesellschaftlichen Stigmatisierung von Erkrankten soll einerseits das Schutzverhalten der Bevölkerung aufrechterhalten, andererseits Menschen mit einem Infektionsrisiko zu einem Test motivieren. Denn wird eine Infektion frühzeitig erkannt, besteht bei Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien und sogar bei Hepatitis C Aussicht auf Heilung. „Gerade im Fall von Hepatitis C (HCV) – einer Lebererkrankung, die man mit den heutzutage zur Verfügung stehenden Medikamenten nicht nur behandeln, sondern tatsächlich auch heilen kann – sind die Erkennung von 99 Prozent aller HCV-Infizierten und das effektive Verhindern von Neu- und Reinfektionen durch intensivierte Aufklärung und Prävention die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Elimination der HCV-Viren“, betont Dr. Hüppe.

Ausblick bieten Wenn-dann-Szenarios des „Eco Hep Models 2016“
Bei einer vorliegenden Infektion mit dem HI-Virus oder Hepatitis B kann eine entsprechende Behandlung dem Fortschreiten oder Spätfolgen – beispielsweise Organschäden oder Krebserkrankungen – gegensteuern. Überdies schützt die Klarheit über die gesundheitliche Situation andere Menschen, bei denen sonst im Falle einer Übertragung ebenfalls ein Erkrankungsrisiko bestehen würde.

Dass die Umsetzung der geplanten Strategie unbedingt notwendig ist, zeigt das sogenannte „Eco Hep Model 2016“: Das Weiter-so-wie-bisher-Szenario würde einer endgültigen Bekämpfung der Viren im Wege stehen. Darüber hinaus würden bis 2040 mindestens 800 Millionen Euro mehr indirekte Kosten auf die verschiedenen Kostenträger zukommen. Wird der Plan hingegen nach dem Eliminationsszenario verwirklicht, würde dies zwar anfänglich einen erhöhten Kostenaufwand bedeuten, die Zahl der HCV-infizierten bis 2030 hingegen um mindestens 99 Prozent senken.

„Eco Hep Models 2016“

Broschüre zur „Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen“

Internisten im Netz

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Herzleiden bei Rheuma

Patienten mit Rheuma leiden nicht nur an Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, sondern auch öfters an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bestimmte Rheuma-Medikamente können jedoch das Risiko verringern.

Die Entzündungsprozesse vieler rheumatischer Erkrankungen beschleunigen Veränderungen der Blutgefäße, die zu Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen führen. Diese begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Die Einnahme bestimmter Rheumamedikamente kann jedoch das erhöhte Risiko auf das Niveau von Gesunden senken. Darauf macht der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) aufmerksam und beruft sich auf eine aktuelle Studie aus Schweden.

Spezielle Medikamente senken Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In der Studie behandelten die Forscher über 6 800 Patienten, die an einer Rheumatoiden Arthritis litten, mit sogenannten TNF-alpha-Blockern über 3–8 Monate. Anschließend beobachteten sie sie über zehn Jahre. Bei den Teilnehmern, bei denen die Therapie gut anschlug, traten zusätzlich weniger Herzinfarkte oder Fälle von Angina Pectoris auf. „Bei gutem Therapieansprechen kann das Herzinfarktrisiko der Rheumatiker also auf ein mit dem der Allgemeinbevölkerung vergleichbares Niveau gesenkt werden“, berichtet Dr. med. Florian Schuch, Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen.

TNF-alpha-Blocker bremsen Entzündungsreaktion
TNF-alpha-Blocker, die den „Tumor Nekrose Faktor“ hemmen, dämpfen beispielsweise bei der Rheumatoiden Arthritis (RA) die überschießende Immun- und Entzündungsreaktion und können so Schäden an Gelenken und anderen Organen verhindern. „Wenn es gelingt, die Krankheitsaktivität medikamentös auf ein niedriges Niveau zu senken, können RA-Patienten mit einer normalen Lebenserwartung rechnen“, betont Dr. Schuch. Für Patienten, bei denen die medikamentöse Behandlung nicht anschlägt, stehen Medikamente aus anderen Wirkstoffgruppen zur Verfügung, informieren die Experten.

Therapiebeginn innerhalb von drei Monaten nach ersten Beschwerden
Wie bei vielen Erkrankungen gilt auch hier: Je eher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Aussichten. Die Experten raten, idealerweise innerhalb von drei Monaten, nachdem sich die ersten Anzeichen bemerkbar machen, mit der Therapie zu beginnen – gerade bei Rheumatoider Arthritis. „In jedem Fall sollte die Behandlung von einem Rheumatologen überwacht werden, der bei möglicherweise auftretenden Komplikationen die Dosierung entsprechend anpassen beziehungsweise den Patienten auf ein anderes Präparat umstellen kann“, empfiehlt Dr. Schuch, praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis in Erlangen.

Quelle: Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh)

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Medikation während des Ramadans

ereits seit zwei Wochen feiern viele Muslime in Deutschland den Fastenmonat Ramadan. Der Verzicht umfasst neben Essen und Trinken auch einige Medikamente, wobei die Einteilung für Nichtgläubige teils schwierig nachzuvollziehen ist. Was Betroffene und Menschen mit Diabetes beachten sollten.

Etwa fünf Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland begeht seit dem 6. Juni den islamischen Fastenmonat Ramadan: Für diese Zeit verpflichtet der Koran volljährige und gesunde Religionsmitglieder von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang auf bestimmte leibliche Genüsse zu verzichten: Essen, Trinken, Rauchen sowie Geschlechtsverkehr ist Muslimen nur nach Einbruch der Nacht erlaubt. Kinder im Alter vor der Pubertät sind von der Regelung ausgenommen. Auch Ältere, Schwangere und chronisch kranke Menschen sind nicht zum Fasten verpflichtet. Besonders werdende und stillende Mütter sollten diese Ausnahmeregelung in Anspruch nehmen, denn ansonsten steigt das Risiko für gesundheitliche Komplikationen für Mutter und Kind sowie Fehlentwicklungen des Ungeborenen.

Medikamente auch während des Ramadans einnehmen
Einige Medikamente dürfen laut des Korans nicht vor Sonnenuntergang eingenommen werden. Dazu gehören neben oralen Arzneiformen wie Tabletten, Kapseln, Sirupe oder Tinkturen auch Nasentropfen und Zäpfchen. „Wer dauerhaft zu bestimmten Tageszeiten Medikamente einnehmen muss, sollte mit seinem Arzt oder Apotheker eine individuelle Lösung finden“, empfiehlt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. Bei einigen Krankheiten können Betroffene die Medikamente ausnahmsweise nachts einnehmen, die Dosierung anpassen oder auf einen Arzneistoff ausweichen, der seltener zu sich genommen werden muss.

Die Anwendung von Dosiersprays oder Pulverinhalatoren gegen Asthma oder andere Lungenkrankheiten sind von den Fastenregeln ausgenommen. Salben und Augentropfen sind ebenfalls zulässig. Uneins sind sich muslimische Geistliche hingegen bei der Einnahme von sublingualen Darreichungsformen und der Zahnpflege vor Einbruch der Nacht.


Diabetiker sollten Medikation & Essenszeiten ärztlich abklären

Auch wenn Personen, auf die die Ausnahmeregelung zutrifft, nach Wegfall der Gründe die Fastentage nachholen müssen, möchten viele Muslime mit chronischen Erkrankungen trotzdem gemeinsam mit der Familie fasten. Viele Ärzte raten den Patienten davon ab. Aufgrund der verschobenen Zeitspanne für die erlaubte Nahrungsaufnahme nehmen Fastende oft anstatt von drei Hauptmahlzeiten nur zwei zu sich. Durch den veränderten Tag-Nacht-Rhythmus besteht bei Menschen mit Diabetes die Gefahr für Stoffwechselentgleisungen.

„Grundsätzlich sollten Menschen mit Diabetes vorab mit ihrem Arzt darüber sprechen, ob sie fasten dürfen“, sagt Dr. Mahmoud Sultan, niedergelassener Diabetologe aus Berlin. Wer die Nahrungsaufnahme und die Anpassung der Medikation an die Veränderung noch nicht mit seinem Arzt besprochen hat, sollte dies schnellstmöglich nachholen. Auch Apotheker stehen bei Fragen jeder Art zur Verfügung.

Blutzuckerwerte öfters überprüfen
Insbesondere in den Morgenstunden können Insulin und andere blutzuckersenkende Medikamente bei gleicher Dosierung zu Unterzuckerungen führen. Diese machen sich beispielsweise durch Zittern, Schwitzen oder Herzklopfen bemerkbar. Für Notfallsituationen erlaubt der Koran, das Fasten zu unterbrechen. Betroffene sollten bei Unterzuckerungen deshalb wie gewöhnlich Traubenzucker, kleine Fruchtsaftpackungen oder Cola mit sich tragen, um im Notfall schnell reagieren zu können. Damit es nicht soweit kommt, ist es wichtig, öfters als bisher den Blutzuckerspiegel zu überprüfen. „Ist der Blutzuckerwert niedriger als 3.3 mmol/l (Milli-Mol pro Liter) oder höher als 16 mmol/l, muss das Fasten sofort beendet werden“, betont Dr. Sultan, Leiter der Projektgruppe „Diabetes und Ramadan“ der Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Migranten“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Notwendige Regeln für das Fastende für Patienten mit Diabetes

Arzneimittel im Ramadan – Pharmazeutische Zeitung online

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