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Diabetespatienten beim Wandern

Wandern an der frischen Luft fördert den Stoffwechsel und reduziert spürbar den Blutzuckerspiegel. Davon können vor allem Diabetes-Patienten profitieren. Wie Betroffene ohne Unterzuckerung oder Ketoazidose das Wandern genießen.

„Es ist ratsam, den Blutzucker vor jeder sportlichen Betätigung zu messen“, rät Dr. Stephan Kress, erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Sport der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Der gemessene Wert sollte zwischen 150 und 180 mg/dl liegen, um eine Art Sicherheitspuffer für die blutzuckersenkende Wirkung von Bewegung zu haben. Generell sollte eher mit einem erhöhten Blutzucker als mit einem zu niedrigen gestartet werden.“ Laufen Wanderer mit Diabetes hingegen mit niedrigen Blutzuckerwerten los, ist es ratsam, nach einer halben Stunde eine Bewegungs-Broteinheit einzunehmen. Alternativ können geschulte Patienten vor der Bewegung die Insulindosis reduzieren.

Bei Unterzuckerung: „Erst essen, dann messen“
Auch während des Wanderns ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel alle ein bis zwei Stunden zu überprüfen. „Haben sie eine gemütliche Wanderung gemacht, bedeuten Schwitzen oder Herzjagen meist eine Unterzuckerung. Haben Sie sich ins Zeug gelegt und körperlich stark belastet, können Herzklopfen und Schwitzen auf eine starke Belastung hindeuten“, klärt der Diabetologe auf. Sobald Diabetes-Patienten erste Anzeichen einer Unterzuckerung bemerken, sollten sie schnell Traubenzucker zu sich nehmen. Glukose und langsam ins Blut gehende Kohlenhydrate gehören deshalb zur Wanderausrüstung.

Blutzuckeranstieg deutet auf Überanstrengung hin
Nach einer zu starken körperlichen Anstrengung können die Zellen oft nicht mehr genügend Zucker aufnehmen. Liegt zusätzlich zu erhöhten Blutzuckerwerten ein starker Insulinmangel vor, müssen Diabetes-Patienten schnell eine Ketoazidose abwenden. „Sind die Blutzuckerwerte in einem Bereich über 250 mg/dl, sollten Menschen mit Diabetes sich nicht stark anstrengen“, betont Dr. Kress. Eine Rücksprache mit dem Arzt sowie eine Diabetesschulung beugen Komplikationen vor und bereiten auf eine schnelle Handlungsfähigkeit im Notfall vor.

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Grippaler Infekt im Sommer

Der Regen und die Temperaturschwankungen der letzten Tagen erhöhren das Risiko für die sogenannte Sommergrippe. Wie man einem grippalen Infekt im Sommer vorbeugt und gesund durch den Sommer kommt.

Die Ansteckung mit den Entero-, Coxsackie- und Echoviren erfolgt über feine Tröpfchen in der Luft, beispielsweise durch Husten oder Niesen. Das Infektionsrisiko ist deswegen in Menschenmengen, vollen Bussen, Schwimmbädern und Biergärten besonders hoch. Zu den Faktoren, die einen grippalen Infekt im Sommer begünstigen, zählt vor allem Zugluft. So trocknen beispielsweise bei einer Autofahrt mit offenem Fenster die Schleimhäute aus und können ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen. Die Viren haben dann leichtes Spiel.

„Auch langes Sonnenbaden, starke Temperaturunterschiede zwischen klimatisierter Raumluft und heißer Außenluft, zu wenig Flüssigkeitszufuhr und falsche Kleidung können die Abwehrkräfte schwächen“, warnt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte von der DKV Deutsche Krankenversicherung.

So wappnen Sie sich gegen Viren im Sommer
Wer sich vor der sogenannten Sommergrippe schützen will, sollte ein Auskühlen des Körpers durch Zugluft oder zu kalt eingestellte Klimaanlagen meiden. Außerdem empfiehlt sich, sich nicht zu lange im kühlen Wasser aufzuhalten, nasse Kleidung zu tragen oder nach intensivem Sonnenbaden sofort ins Becken zu springen. Im Sommer ist zudem Hygiene besonders wichtig: Gründliches Händewaschen etwa hilft, einer Infektion vorzubeugen.


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Hörgerät: Regelmäßiger Check

Viele Schwerhörige tragen ein Hörgerät. Der Berufsverband der Hals‐Nasen‐Ohrenärzte rät Hörgeräte-Trägern zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim HNO‐Arzt.

Vorsorge für die Ohren lohnt sich
Alle sechs Jahre sollten Hörgeräte‐Träger sich vom HNO-Arzt durchchecken lassen, empfiehlt Dr. Jan Löhler vom Deutschen Berufsverband der HNO-Ärzte. „So kann der HNO‐Arzt Veränderungen des Hörvermögens oder weitere HNO‐Erkrankungen rechtzeitig erkennen und den Patienten bei Bedarf einer adäquaten Behandlung zuführen. Außerdem kann der HNO‐Arzt klären, ob die Qualität und die Art des Hörgerätes noch den aktuellen Bedürfnissen des Patienten entsprechen.“

Verbale Missverständnisse als Anzeichen
Etwa ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland ist schwerhörig. Die Wahrscheinlichkeit einer Hörstörung oder eines beeinträchtigten Hörvermögens nimmt mit steigendem Lebensalter zu. „Erste Anzeichen einer Schwerhörigkeit sind Kommunikationsstörungen. Es treten öfter verbale Missverständnisse auf, zum Beispiel bei Verständnisproblemen bei Umgebungsgeräuschen sowie in größeren, hallenden Räumen“, erklärt der niedergelassene HNO‐Arzt aus Bad‐Bramstedt.

Soziale Isolation vermeiden
„In späteren Stadien führen Hörbeeinträchtigungen zu Störungen der sozialen und persönlichen Beziehungen. Sie erhöhen daher das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Auch ist nachgewiesen, dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit zu vermehrten Stürzen und einem kognitiven Leistungsverlust führt“, berichtet Dr. Löhler. Wer Hörschwierigkeiten bei sich bemerkt, sollte daher baldmöglichst einen HNO‐Arzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen. Umso erfolgreicher verläuft die Behandlung.

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Hörgerät: Regelmäßiger Check

Laserpointer: Gefahr fürs Auge

Laserpointer sollten niemals auf die eigenen Augen oder die Augen anderer Menschen gerichtet werden. Denn bei Blendung auf kurzer Distanz drohen dauerhafte Schäden an der Netzhaut. Tipps zum Umgang mit Laserpointern.

Blendung auf kurze Distanz kann das Auge schädigen
Zugelassene Laserpointer mit einer Ausgangsleistung von bis zu 1 mW (Milliwatt) gelten als unbedenklich für die Augen. Doch seit einigen Jahren sind zunehmend stärkere, illegale Laserpointer auf dem Markt. Im Internet werden Geräte verschiedener Wellenlängen mit mehreren 1000 mW Leistung angepriesen, die aufgrund ihres Gefährdungspotenzials gar nicht in den allgemeinen Handel kommen dürften.

Trifft ein solcher energiereicher Laserstrahl auf kurze Distanz das Auge eines Menschen, besteht Gefahr für das Sehvermögen. „Es entsteht eine Koagulation (Gerinnung) der Netzhaut. Das betroffene Areal ist unwiederbringlich geschädigt“, erläutert Prof. Dr. Horst Helbig vom Berufsverband der Augenärzte (BVA). Bei größeren Distanzen sind hingegen keine Schäden am Auge zu erwarten. Ein verantwortungsvoller Umgang ist dennoch dringend anzuraten. Besonders für Autofahrer und Piloten kann das Blenden gefährliche Folgen haben, da sie kurzzeitig nichts sehen. Der BVA gibt folgende Ratschläge für einen sicheren Umgang mit Laserpointern.

Tipps zum Umgang mit Laserpointern

  • Der Strahl sollte niemals auf die Augen anderer Personen gerichtet werden.
  • Benutzer sollten selbst nie absichtlich in den direkten Strahl schauen.
  • Falls die Laserstrahlung ins Auge trifft, sollte man die Augen bewusst schließen und den Kopf aus dem Strahl bewegen.
  • Die Strahlungsquelle darf nicht mit optischen Instrumenten wie Lupen betrachtet werden.
  • Laserpointer sollten das GS-Zeichen (geprüfte Sicherheit) aufweisen. Nur Laser mit einer Leistung von maximal 1 mW gelten als sicher für die Augen.
  • Laserpointer gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen.

 

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Akne richtig behandeln

Akne gehört zur Jugend wie die erste Liebe und genau wie sie ist sie eine sehr persönliche Angelegenheit. Standardlösungen gegen die Hautkrankheit gibt es nicht. Stattdessen hilft ein maßgeschneidertes Therapie- und Kosmetikprogramm.

Warum hat fast jeder Teenager Pickel? Dies liegt daran, dass in der Pubertät die Hormone die Talgproduktion ankurbeln. Dadurch verstopfen die Talgdrüsen verstärkt und es entstehen Mitesser. Kommen Bakterien oder eigenmächtige Ausdrückversuche hinzu, entzündet sich der Mitesser und wird zum Pickel. Die roten, mit Eiter gefüllten Knötchen sprießen bevorzugt in der T-Zone an Stirn, Wangen und Kinn, aber auch an Brust und Rücken.

Individuelle Reinigung und Pflege
Akne erfordert ein aufwendiges Pflegeprogramm: Zuerst beseitigt eine Reinigungsmilch das Make-up, dann wäscht ein Tensid den Talg ab und schließlich klärt ein Tonikum die Haut. Darauf folgt eine Feuchtigkeitscreme mit antibakterieller, entzündungshemmender oder austrocknender Wirkung. Doch Akne hat viele Ausprägungsformen. Deshalb liegt die Herausforderung darin, die geeigneten Produkte zu finden. Hierbei erweist sich der Apotheker als wichtiger Ansprechpartner. Bei Bedarf berät er auch gerne zu freiverkäuflichen Aknemedikamenten mit Salicylsäure und Benzoylperoxid. Das Entfernen von Mitessern und Pickeln übernimmt am besten eine professionelle Kosmetikern.

Ab wann zum Arzt?
Ein Besuch beim Hautarzt wird erforderlich, wenn die freiverkäuflichen Medikamente wirkungslos bleiben, die Pickel auffallend groß und zahlreich sind oder sich Furunkel und Narben bilden. Bei der Therapie ist Durchhaltevermögen gefragt, denn manche Medikamente verschlechtern anfangs den Hautzustand oder wirken erst verzögert.

Ernährung und Akne
Einige Forscher gehen davon aus, dass kohlenhydratreiche Nahrungsmittel wie Zucker, Kartoffel und Getreide Akne begünstigen. Vor allem die Kombination aus Zucker und Milch soll die Pickel sprießen lassen. Deshalb profitieren  Akne-Patienten mitunter von einer ergänzenden Nahrungsmittelumstellung.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

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Akne richtig behandeln

Reiseplanung für den Magen

Haben Sie Schmetterlinge im Bauch, wenn Sie an den nächsten Urlaub denken? Die richtige Reiseplanung verhindert, dass die schönsten Tage im Jahr auf den Magen schlagen.

Wenn Urlaubsstress Bauchschmerzen bereitet
Traumreise oder Horrortrip – darüber entscheidet nicht zuletzt der Magen. Unterwegs liebt er es genau wie die meisten Reisenden entspannt und geruhsam. Reisestress vermeidet, wer sein Reisprogramm überschaubar hält, einen Zeitpuffer einplant und sich einen Notfallplan zurechtlegt. Denn Verstopfung oder Magenschmerzen sind auf Reisen oft psychisch bedingt. Hier helfen Gastricholan® Tropfen. Iberogast® wirkt gleichzeitig bei Sodbrennen, Völlegefühl und Magenkrämpfen.

Reisedurchfall vorbeugen
In warmen Regionen verursacht die fremde Darmbakterienflora den gefürchteten Reisedurchfall. Hier gilt die Devise:“Cook it, peel it or forget it“. Das bedeutet, auf dem Speiseplan stehen nur gekochte Fleisch- und Fischgerichte sowie geschältes oder gekochtes Obst und Gemüse. Abwaschen genügt nicht, da mitunter die Wasserqualität zu wünschen übrig lässt. Aus dem gleichen Grund sind Eiswürfel tabu. Vorbeugend gegen Reisedurchfall wirken Perenterol® oder Perocur®.

Die richtige Ernährung für den Urlaub
Auf alles Extreme wie zu Scharfes, zu Fettiges, zu Süßes oder zu Saures reagiert der Magen buchstäblich gereizt. Statt Halbpension-Kost mit zwei üppigen Mahlzeiten bevorzugt er mehrere kleine Imbisse. Auch das Trinken darf nicht zu kurz kommen. Deshalb lohnt es sich, für unterwegs mehrere Flaschen Wasser oder Fruchtschorlen mitzunehmen. Alkoholische Getränke sind erst am Abend angebracht.

Koffer packen für den Magen
Eine gut sortierte Reiseapotheke enthält zum Beispiel folgende Magenmedikamente: Reisegold®und Superpep® verhindern Reiseübelkeit. Lefax® und Imogas® helfen gegen Magengrummeln. Imodium®, Tannacomp® und Vaprino® stoppen Reisedurchfall. Dulcolax®und Laxoberal® eignen sich für die kurzfristige, Zäpfchen wie Glycilax® für die sofortige Behandlung einer Verstopfung.

Quelle: Deutsche Seniorenliga e.V.

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Demenz-Patienten im Krankenhaus

Fast jeder fünfte Patient über 65 Jahre im Allgemeinkrankenhaus leidet an Demenz. Bei gut zwei Drittel der Demenzkranken ist die Erkrankung zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme nicht bekannt. Die Kliniken stellt das vor große Herausforderungen.

Die TU München initiierte die weltweit erste repräsentative Studie zu Häufigkeit und Versorgungssituation von Menschen mit Demenz in Allgemeinkrankenhäusern. Das Ergebnis: Die Fachbereiche mit den höchsten Anteilen von Demenz-Patienten waren die Innere Medizin und die Unfallchirurgie. Die meisten Patienten befanden sich in einem leichten Krankheitsstadium, gefolgt von mittelschwerer und schwerer Demenz.

Demenzpatienten stellen Krankenhauspersonal vor große Herausforderungen
Die Studie führt auch vor Augen, dass es großes Verbesserungspotenzial in der Versorgung von Demenzpatienten gibt. Denn die Demenzkranken stellen besondere Anforderungen an das pflegerische und medizinische Personal. Zum einen kostet die Betreuung mehr Zeit. Zum anderen ist die psychische Belastung für das Personal nicht zu unterschätzen. Fast 80 Prozent der untersuchten Patienten zeigten neben ihren kognitiven Beeinträchtigungen auch nicht-kognitive Symptome wie nächtliche Unruhe, Umtriebigkeit und Aggressivität, die den Umgang mit den Patienten erschwerten. Doch bislang bilden auf den meisten Stationen Pflegekräfte mit altenpflegerischer Ausbildung oder speziell geschulte Betreuungskräfte die Ausnahme.

Bewerbung für Förderprogramm ab sofort möglich
Im Rahmen des Programms „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung seit 2012 ausgewählte Krankenhäuser dabei, Konzepte zu entwickeln und einzuführen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Demenzkranken eingehen. Das Programm startet ab sofort in die dritte Förderrunde. Pro Krankenhaus werden bis zu 100.000 € gewährt. Interessenten können sich bis zum 15. August 2016 bei der Robert Bosch Stiftung online anmelden.

Weitere Informationen zur Studie sowie zum Programm „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ finden Sie bei der Robert Bosch Stiftung

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Küchenhygiene im Sommer

Ob Grillparty, Picknick oder Wanderpause – Bei den sommerlichen Temperaturen vermehren sich Mikroorganismen wie Salmonellen oder andere Bakterien besonders schnell. Wie Sie mithilfe der richtigen Küchenhygiene ihre Lebensmittel und ihren Magen vor Bakterien schützen.

Werden mit Krankheitserregern verseuchte Lebensmittel verzehrt, ist die Gefahr auf eine Lebensmittelvergiftung groß. Betroffene leiden dann unter Kopfschmerzen, Erbrechen und Durchfalll. Auch Austrocknung oder ein Kreislaufkollaps können folgen. Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Ältere sowie Personen mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders gefährdet. „Die beste Schutzmaßnahme ist der penible Umgang mit Lebensmitteln. Schon kleine Nachlässigkeiten können bei hohen Außentemperaturen eine Infektion auslösen“, warnt Micaela Schmidt, Diplom-Ökotrophologin bei der Barmer GEK.

Koch- und Geschirrutensilien gut reinigen
Gründliches Händewaschen sollte deswegen jeder Arbeit in der Küche vorausgehen. Dies gilt vor allem, wenn Köche mit Salaten, Eiern oder Fleisch hantieren. Rohe Eier, Fleisch und Fisch werden am besten mit separaten Kochutensilien zubereitet. So übertragen sich Keime nicht auf andere ungekocht verzehrte Lebensmittel wie Salat. Zum Abtrocknen eignen sich kochfeste Handtücher oder Küchenpapier. Anschließend sollten die Arbeitsflächen, die Küchen- und Grillutensilien mit heißem Wasser und Spülmittel sorgfältig gereinigt und abgetrocknet werden. Überdies ist es ratsam, Spül- und Geschirttücher häufig auszutauschen und bei mindestens 60 Grad zu waschen.

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Stiche von Bienen, Wespen & Co.

Beim Eis essen, Picknicken oder Grillen – nicht nur Genießer werden von den sommerlichen Köstlichkeiten angelockt, sondern auch Bienen, Wespen oder Hornissen. Ein Insektenstich ist schnell passiert. Wie Sie den Betroffenen dann nicht im Stich lassen.

Im Gegensatz zu Mückenstichen verursachen Stiche von Insekten mit Giftstachel oft Schmerzen. Um die gerötete und juckende Einstichstelle bilden sich häufig stärkere, durchschnittlich bis zu 10 cm große Schwellungen, die jedoch meist ungefährlich sind. Für Betroffene, die nicht im Mund-Rachenraum-gestochen wurden, gibt die Apothekerin Ines Winterhagen in der Deutschen Apotheker Zeitung Tipps, wie Sie die Symptome selbst behandeln.

Bei Bienenstich zuerst Stachel entfernen
Nach dem Stich ziehen Wespen, Hornissen oder Hummeln ihren Stachel wieder aus der Wunde, doch Bienen lassen ihren Stachel samt Giftapparat meist in der Haut zurück, sodass dieser weiterhin Gift abgibt. Es besteht kein allgemeiner Konsens, wie der Bienenstachel am besten aus der Wunde zu entfernen ist. Eine Möglichkeit besteht darin, dass Sie den Stachel mit den Fingern oder der Pinzette behutsam fassen und anschließend hinausziehen. Von dieser Variante raten einige Experten ab, da durch den Druck die Giftdrüse am oberen Ende des Stachels erneut ausgedrückt werden könnte. Amerikanische Insektenforscher haben diese These widerlegt, da das Gift nicht aktiv, sondern passiv durch einen Ventilmechanismus in die Einstichstelle gelangt. Entscheidend sei die möglichst kurze Zeitspanne zwischen dem Einstich und dem Herausziehen des Stachels. Falls Sie unterwegs keine Pinzette bei sich tragen, kratzen Sie den Stachel behutsam mit dem Fingernagel, einer Messerkante oder einer Kreditkarte aus.

Nachdem Sie den Stachel aus der Haut entfernt haben, lindern Sie die anschwellende Rötung mit kaltem Wasser, Eiswürfeln oder Kühlkompressen, beispielsweise Cold-Hot-Packs. Auch kalte Umschläge mit essigsaurer Tonerde-Lösung (5- bis 10-prozentig, ca. ein Esslöffel auf ein Glas Wasser) oder kühlendes Gel helfen gegen das Anschwellen.

Behandlung von Stichen mit Cremes und Gels
Die Symptome eines akuten Insektenstiches können Sie mit einer Cortison-haltigen Creme oder Gelgrundlage behandeln. Die Apothekerin Winterhagen empfiehlt hierfür die Creme Fenistil® Hydrocort, die sowohl mit 0,25-prozentigem oder 0,5-prozentigem Hydrocortison erhältlich ist. Tragen Sie das Mittel ein- bis zweimal täglich auf die Einstichstelle. Möchten Sie eine der Cremes bei Kindern unter sechs Jahren anwenden, benötigen Sie hierfür eine ärztliche Anweisung. In diesen Fällen weicht die Anwendung von der bei Erwachsenen ab, genaue Auskunft erteilt der Apotheker. Das Präparat ist auch als Spray erhältlich, das Sie zwei- bis dreimal täglich auf die Haut sprühen. Für Kinder unter sechs Jahren ist es allerdings nicht zugelassen, auch nicht für Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel.

Als Alternativen stehen Ihnen Präparate zur Verfügung wie Ebenol®, Soventol® Hydrocort oder Systral® Hydrocort Emulsion, die teils mit unterschiedlicher Konzentration des Wirkstoffs beziehungsweise als Spray erhältlich sind. Schwangere und Stillende sollten vor der Anwendung dieser Mittel die gesonderten Hinweise auf dem Beipackzettel beachten und sich bei Fragen an ihren Apotheker wenden. Auch diese Cremes können Sie bei Kindern unter sechs Jahren nur bei ärztlicher Verordnung anwenden, die Sprays überhaupt nicht. Zusätzlich zu den halbfesten Zubereitungen können Sie feuchte Umschläge zum Kühlen anlegen, die Sie alle 20 Minuten erneuern.

Als Ergänzung zur lokalen Behandlung mit den oben genannten Mitteln empfiehlt Ihnen die Pharmazeutin die orale Einnahme eines H1-Antihistaminikums, speziell die Wirkstoffe Loratadin (etwa Claritine®) und Cetirizin (beispielsweise Zyrtec®).

Präparate für Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kleinkinder
Besonders für Kleinkinder, Schwangere und Stillende eignen sich für die Behandlung von akuten Insektenstichen topische Antihistaminika ohne Hydrocortison. Das Fenistil® Gel tragen Sie bis zu dreimal täglich dünn auf, alternativ die Systral® Creme mehrmals täglich. Werdende und stillende Mütter sollten darauf achten, die Creme auf das Areal des Stiches zu begrenzen. Dies gilt auch für das Auftragen bei Säuglingen.

Behandlung von Insektenstichen im Mund- und Rachenraum
Lebensgefährlich werden die Stiche nur, wenn das Insekt im Mund- oder Rachenraum zugestochen hat und die Schleimhäute anschwellen, sodass Betroffene an Atemnot leiden und eine Erstickungsgefahr besteht. Auch, wenn der Schreck tief sitzt, sollten Personen mit Insektenstichen im Mundraum oder an der Zunge vor allem Ruhe bewahren. Das Lutschen von Eiswürfeln oder Speiseeis hilft gegen Schmerzen und Schwellungen, Eiswickel um den Hals haben den gleichen Effekt. Falls Sie zudem enge Kleidung am Hals tragen, sollten Sie diese lockern, um das Atmen zu erleichtern. Anschließend sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Wann Sie einen Arzt rufen sollten
Auch für Menschen, die auf Insektenstiche mit einem allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) reagieren, ist es überlebenswichtig, sofort einen Notarzt zu rufen. Bei rund 25 Prozent der Bevölkerung treten größere, langfristig bestehende Schwellungen auf, möglicherweise begleitet von einer Blutvergiftung. Bei einer Blutvergiftung sollten Betroffene den Stich von einem Arzt untersuchen lassen. Wer unmittelbar nach einem Stich neben der starken Schwellung und Rötung weitere Symptome zeigt, beispielsweise Kreislaufbeschwerden oder Atemnot, sollte ebenfalls rasch einen Notarzt anfordern. Besteht bei Ihnen eine Insektenallergie, benötigen Sie zusätzlich zur akuten meist auch eine langfristige Behandlung.

Quelle: Ines Winterhagen: Sie hat gestochen. Prophylaxe und Behandlung von Insektenstichen. In: Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 25, Juni 2014, Stuttgart: S. Hirzel Verlag, S. 36-39.

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Trinkmenge bei Herzleiden

Ältere oder herzkranke Menschen sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, aber es mit der Flüssigkeitszufuhr nicht übertreiben, denn das belastet das Herz. Wie tägliches Wiegen hilft, die Trinkmenge festzulegen.

Bei sehr heißem Wetter verschwitzt der Körper ein bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. Trinken ist daher wichtig, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. „Aber bei älteren oder herzkranken Menschen kann das Durstgefühl nicht richtig intakt sein, so dass sie nicht ausreichend trinken und der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird“, warnt Prof. Andresen vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. „Wenn in einer solchen Situation durch eine zusätzliche Einnahme wassertreibender Medikamente (Diuretika) ein stärkerer Flüssigkeitsverlust entsteht, nimmt das Blutvolumen in den Gefäßen ab: der Blutdruck sinkt und es kann vor allem beim Aufstehen aus liegender oder sitzender Position zu Kreislaufkollaps mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kommen.“ Da auch die ausgeschwitzten Salze nicht hinreichend ausgeglichen werden, drohen zusätzlich Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelkrämpfen und bisweilen Herzrhythmusstörungen.

Gefahr durch zu starke Flüssigkeitszufuhr
Ältere Menschen und Patienten mit einer Herzschwäche müssen daher an heißen Tagen angehalten werden genügend zu trinken, zusätzlich ein bis zwei Liter pro Tag. Allerdings betont Prof. Andresen: „Genügend heißt auch: Nicht zu viel! Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr kann bei herzkranken Patienten zur Verschlechterung ihrer Herzleistung führen.“ Der Experte rät herzkranken Patienten ihre Trinkmenge und Medikamenteneinnahme immer mit ihrem betreuenden Arzt abzustimmen.

Tägliches Wiegen schafft Kontrolle
Tägliches Wiegen hilft, die Flüssigkeitsbilanz zu kontrollieren und die notwendige Trinkmenge festzulegen. Herzpatienten, besonders diejenigen mit Herzschwäche, sollten sich morgens vor dem Frühstück und nach dem ersten Gang zur Toilette wiegen. Durch zusätzliches Wiegen am Abend lässt sich die Flüssigkeitsbilanz über den Tag grob einschätzen. Ist das Körpergewicht trotz Flüssigkeitszufuhr um mehr 1 Pfund angestiegen, ist die Trinkmenge zu hoch. Wer als Herzschwächepatient trotz Flüssigkeitszufuhr abgenommen hat, sollte – nur in Abstimmung mit dem Arzt – die Dosierung der Entwässerungsmittel herabsetzen, empfiehlt die Deutsche Herzstiftung.

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29.07.2016
Hörschutz Starke Stöpsel
Ohrstöpsel helfen bei lauten Open-Air-Konzerten, Hörschäden zu vemeiden. Das konnten Forscher zeigen
Thinkstock/iStock
Beim Rockkonzert gibt’s voll was auf die Ohren. Dass diese dabei keinen Schaden nehmen müssen, zeigt ein kleines Experiment bei einem Open-Air-Konzert. Dort war es so laut, wie wenn ein Presslufthammer in einem Meter Entfernung rattert (im Schnitt 100 Dezibel). Mediziner der Universität ­Utrecht (Niederlande) statteten 25 Besucher mit speziellen Ohrstöpseln aus. Diese verringern die Umgebungslaut­stärke, Musik kann aber weiterhin gut vernommen werden. Die Konzertbesucher mit verstöpselten Ohren erlitten weniger zeitweilige Hörschäden und hatten auch danach deutlich weniger Ohr­geräusche als eine Kontrollgruppe von 26 Teilnehmern ohne Schutz.

28.07.2016
Fernsehen Das Hirn schaltet ab
Wer seine Freizeit vor allem mit Fernsehen verbringt, baut geistig eher ab. Das ergab eine Untersuchung
Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD, Stockbyte/RYF
Auf die Couch, Fernseher an und nicht mehr bewegen: Wer so seine Freizeit verbringt, tut seinem Gehirn nichts Gutes. Dies ergab eine Studie im Fachblatt JAMA Psychiatry. US-amerikanische Wissenschaftler befragten rund 3250 Menschen in Abständen zu ihren Fernseh- und Freizeitgewohnheiten. Nach 25 Jahren zeigten die Teilnehmer, die sehr viel fernsahen, eindeutig schwächere geistige Leistungen.

27.07.2016
Reisezeit Clever packen
Wohin mit all den Tiegeln und Tuben? Mit diesen Tricks müssen Sie viel weniger Kosmetika im Koffer unterbringen
W&B/Michael Schwerberger
Koffer packen zählt wohl niemand zu seinen liebsten Reisevorbereitungen. Wegen der strengen Vorschriften, die für Flüssigkeiten bei Flugreisen gelten, stellen Kosmetika eine besondere Herausforderung dar. Vor allem bei Kurztrips, wenn man nicht die große Bodylotion in die kleine Tasche quetschen will, aber auch keine Lust auf Umfüllen hat. Im Handgepäck müssen Flüssigkeiten in einem wiederverschließbaren durchsichtigen Plastikbeutel untergebracht sein. Er darf maximal zehn Produkte à 100 Milliliter enthalten. Die besten Pack-Tricks:
Spezial-Schutz
Beim UV-Schutz nicht sparen. Vor allem wenn empfindliche Haut nach Spezial-Produkten verlangt, die es vor Ort vielleicht nicht gibt. Lieber die große Tube mitnehmen und den Koffer aufgeben.
Make-up-Minimum
Getöntes Sonnenschutzfluid oder Bronzepuder ersetzt im Urlaub das Make-up. Kompaktpuder bricht beim Transport nicht, wenn Sie ein Wattepad in die Dose legen.
Langstrecken-Lösung
Für einen Nachtflug etwas Creme oder Zahnpasta in die beiden Fächer eines Kontaktlinsen­döschens füllen. Die Miniportionen reichen genau für eine Anwendung.
Einfacher Entferner
Sie müssen nicht Ihr ganzes Abschmink-Arsenal mitschleppen. Es gibt gute 3-in-1-Produkte, die in nur einem Schritt das komplette Make-up entfernen und das Gesicht reinigen.
Alleskönner After-Sun
Wer keine Hautprobleme hat, kann an heißen Urlaubstagen guten Gewissens auf die Nachtcreme verzichten und ein After-Sun-Produkt benutzen. Nach einem Tag an der Sonne tut die Spezialpflege gut.
Flinke Flasche
Die neuen Kombinationen aus Duschgel und Bodylotion sparen Platz und Zeit: Sie werden wie ein Duschgel angewendet und pflegen die Haut wie eine Creme.
Lohnende Liaison
Fahren Sie Ihr Haarpflegeprogramm herunter, und greifen Sie zu 2-in-1-Varianten: Shampoo und Spülung in einer Flasche. Wer Körperöl dabeihat, kann es auch in trockene Haarspitzen einmassieren.

Impressionen